Alle die etwas mehr wissen möchten, finden hier einige wichtige Informationen über portugiesischen Wein.
Als kleine Hilfestellung beim Ausflug in die portugiesische Weinwelt, hier die unterschiedlichen Qualitätsstufen in aufsteigender Reihenfolge:
• Vinho leve Alkoholarmer Wein, der erst mit einem Mindestalkoholgehalt von 9,0 Vol. % als Vinho de Mesa in den Handel kommen darf. Und selbst dann muß ihn das Etikett noch als Vinho leve ausweisen.
• Vinho de Mesa (VdM) Portugiesicher Tafelwein
• Vinho Regional (VR) Eigentlich wie ein Landwein hierzulande oder etwa ein Vin de Pays in Frankreich, die also im dreiklassigen Qualitätssystem nur geringeren Ansprüchen genügen müssen. Aber Achtung: In Portugal ist das nicht zwingend eine Bezeichnung für relativ schlichten Wein, vielmehr werden immer dann sogar recht hochwertige Jahrgänge hervorgebracht, wenn der Winzer mit seinem Betrieb nicht in einem DOC-Gebiet angesiedelt ist oder andere als die vorgeschriebenen Rebsorten verwendet und dafür ergo keine DOC-Klassifizierung in Anspruch nehmen darf. Doch genau diese pragmatische Philosophie, die sich an Qualität und nicht unbedingt an starren Normen orientiert, ist portugiesische Tradition, so daß ein solcher Wein auch immer mal wieder eigentlich höherwertige Erzeugnisse in den Schatten stellt.
• Indicacão de Proveniencia Regulamentada (IPR) Qualitätswein zweiter Wahl, ähnlich dem französichen V.D.Q.S.
• Denominacão de origem controlada (DOC) Höchstbewertung für Qualitätswein geschützter Anbaugebiete, ähnlich dem italienischen DOC, dem spanischen DO und dem französischen AOC.
Damit Sie wissen aus welcher Region der Wein stammt, einige wichtige Anbaugebiete sind:
• Minho Das kühl-feuchte atlantische Klima bringt im fruchtbaren portugiesischen Norden zwischen Porto und der spanischen Grenze jungen und schnell zu konsumierenden Wein hervor, den Vinho Verde, neben dem Port der quantitativ wichtigste Exportwein überhaupt.
• Alentejo In einem trockenen und heißen Klima gedeihen in der Kornkammer Portugals auf Kalkstein- und Schieferböden qualitativ hochwertige Weine, die Weinliebhaber mit der Zunge schnalzen lassen.
• Dão Nordöstlich von Lissabon wird Weinbau terassenförmig in Hochlagen auf Granitböden betrieben. Das Klima ist besonders geeignet für elegante Erzeugnisse. Schwerer Rotwein beispiels-weise mit Feinheit und Klasse.
• Douro Im Norden Portugals, etwa 100 Kilometer östlich von Porto, liegt die Region Douro, deren Schieferböden Feuchtigkeit speichern, die sie dann in der heißen Jahreszeit wieder an die Reben abgeben. So entstehen beispielsweise klassische Rotweine von bester Qualität, die einen höheren Säure-, dafür aber einen geringeren Tanningehalt aufweisen als Gewächse anderer Gebiete. Weltberühmt ist eine spezielle Fläche im Dourotal, denn ausschließlich an den terassierten Hängen hier wachsen die Reben für den wohl bekanntesten portugiesischen Exportartikel, den Portwein Vinho do Porto. Der süße Likörwein, der gerne zum Dessert getrunken wird, entsteht durch Beimengen kleiner Mengen Weinbrands während des Gärungsprozesses. In der anschließenden Lagerung entwickelt er dann einen Alkoholgehalt von mindestens 16,5 Vol. % und erhält so einen Charakter von unverwechselbarer Feinheit.
• Bairrada In der Mitte Portugals wird mächtiger und langlebiger Rotwein aus der dickschaligen Baga-Traube ausgebaut, die über kleine dunkle Beeren mit einem hohen Tanningehalt verfügt.